Mei Wirtshaus

Der pure

Geschmack

Im Weinviertel serviert Mitzi Barelli bodenständig-kreative Wirtshausküche. Viele Zutaten kommen direkt vom Bio-Acker.

Text: Marcus Fischer Fotos: Sebastian Freiler

Seit vier Jahren bringt Mitzi Barelli frischen Wind ins Traditionswirtshaus.

Frische ist übrigens auch das heimliche Motto der Speisekarte, die wöchentlich wechselt.










B

etritt man das Weydner Wirtshaus im östlichen Marchfeld, spürt man zweierlei: die über 100-jährige Geschichte und den frischen Wind, der in

dem Traditionswirtshaus weht. Niemand verkörpert Letzteren besser als Küchenchefin Mitzi Barelli. „Derf i eh du zu eich sagen, i bin die Mitzi“, begrüßt sie uns und beginnt gleich zu erzählen. 2010 habe „der Franz“ – gemeint ist Bio-Bauer und Vizebürgermeister Franz Neduchal – das Wirtshaus übernommen und hergerichtet. 2015 habe sie als Köchin angefangen, 2017 sei sie zur Küchen- chefin aufgestiegen und seit 2018 die Geschäftsführerin. Eine steile Karriere? „Geh, das hat sich alles ergeben“, lacht Mitzi, die an diesem Tag ihren 31. Geburts- tag feiert.


Frische-Philosophie

„Bei uns wechselt jede Woche die Speisekarte – weil wir zu 100 % saisonal und nur mit frischen Zutaten kochen. Gestern hat mir einer von unsern Jagern eine Wildschweinleber gebracht – heute steht sie auf der Tafel.“ Am liebsten kocht die Weinviertlerin „direkt vom Acker“. Dabei legt sie Wert auf Authentizität im Geschmack. „Wir haben im Marchfeld so gute Naturprodukte, noch dazu in

Bio-Qualität. Ich möchte, dass man das schmeckt. Ich brauch keinen Kürbis mit Gschisti-Gschasti, sondern einen, der nach Kürbis schmeckt.“


Vom Acker auf den Tisch

Damit verschwindet Mitzi in der Küche und kommt wenig später mit Schweinsmedaillons an Kürbisgemüse, Rosmarin-Erdäpfeln und Wurzelchips wieder. „Das Gemüse hab ich selber geerntet. Das sind ,Goldmarie‘-Erdäpfel, Hokkaido- und Butternusskürbis, die Wurzelchips sind frittierte Karottenschalen.“ Mitzis Geschmacksphilosophie nimmt mit dem ersten Bissen Gestalt an: das Fleisch außen knusprig, innen zart, die Erdäpfel aromatisch wie selten, das Kürbisgemüse ein Gedicht. Und die knusprigen Karottenringerl eine gschma- ckige Überraschung.


Kreative Wirtshausküche

In der Speisekarte finden sich weitere Kostproben der kreativen Wirtshausküche: Neben Klassikern (Wiener Schnitzel, geschmortes Saftschnitzel vom Bio-Rind) finden sich Kreationen wie Wildschwein-Moussaka oder das „chilige“ Hendlfilet mit Kokos-Paradeis-Creme. Selbstverständlich wird im Weydner Wirtshaus möglichst alles verwertet – aus den Hirschknochen wird Wild-Jus zubereitet, Rindsknochen werden zur Suppenbasis verarbeitet. Dass man bei den Liefe- ranten Wert auf Regionalität legt – von der Weinviertler Weidegans bis zu den Winzern – versteht sich von selbst.


„Prost Mortem“ im Wirtshaus

Vor drei Jahren hat die Küchenchefin ihre eigene Theatergruppe gegründet: „Prost Mortem“ führt Krimi-Dinner-Stücke auf, die Mitzi selber schreibt. Außerdem kreiert sie unter der Marke „mitzirella“ Chutneys, Pestos und Fruchtaufstriche wie „Pesto al limone“ oder die Kriacherl-Schoko-Rum- Marmelade. Kreativität kennt im Fall von Mitzi Barelli ganz offenbar keine Grenzen.

Weydner Wirtshaus, Schönfelder Straße 2, 2295 Oberweiden, NÖ,

Tel.: 02284 20 153, www.weydner-wirtshaus.at

Lokale Produkte und Kreationen der Küchenchefin: die „mitzirella“ Pestos, Chutneys und Fruchtaufstriche.

Zarte Schweinsmedaillons an frisch geerntetem Kürbis.

{MEI TIPP}

„Das Weydner Wirtshaus vereint Tradition mit regionaler Küche

und liegt damit voll im Trend. Uns gefällts dort und wir reservieren

auch gerne für Familienfeiern.“

Birgit und Franz Pekarek, Nah&Frisch Kaufleute in

Engelhartstetten, NÖ

Foto Kauffrau: N&F Pekarek

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