Saisonkalender

Frisch von der Staude

Ob birnen- oder herzförmig, grün, gelb, gestreift oder orange – die Sommermonate bieten uns eine köstliche Vielfalt an Paradeisersorten.

Text: Christine Fehringer

1. IDEAL FÜR SOMMERSALATE

Ochsenherz

Der gewichtigste aller Fleischparadeiser kann bis zu 500 g schwer werden. Die Früchte sind in viele Kammern unterteilt und erinnern auf- grund ihrer Form und Größe an das Herz eines Ochsen. Ochsenherz-Paradeiser hängen oft schwer an den Stauden, die man daher gut stüt- zen sollte. Sie können ab Juli schon vor der Vollreife geerntet werden. Nach kurzer Zeit, in der man sie z. B. auf dem Fensterbrett nachrei- fen lässt, wird ihre Farbe intensiv rot und das Fleisch fruchtig und voll.

Für einen sommerlichen Insalata Caprese (Moz- zarella mit Tomaten und Basilikum) eignen sich Ochsenherz-Paradeiser ideal. In große Scheiben schneiden und abwechselnd mit Mozzarella- scheiben und frischen Basilikumblättern schlich- ten. Gutes Olivenöl und ein wenig Balsamicoes- sig drüberträufeln, salzen, pfeffern, fertig!

2. AUGENSCHMAUS

Grüne Zebra

Diese aromatische, saftige Sorte ist eine Kreu- zung aus vier alten Paradeisersorten. Die Frucht bleibt bis zur Ernte grün, nur die anfangs noch hellgrünen Streifen verfärben sich mit der Reife gelb, woran sich der Reifegrad ablesen lässt.

Die Grüne Zebra weist wenig Säuregehalt auf, ihr Geschmack ist vollmundig und ausgeglichen. Die Pflanze selbst wächst am besten an einer Stütze und bringt bei guten Bedingungen einen schönen Ertrag mittelgroßer Früchte von ca. 80 g bis 100 g. Alternativ dazu gibt es seit einiger Zeit auch die Züchtung „Green Zebra Cherry“ als Cocktailtomate. In einem Paradeisersalat mit bunten Tomaten setzt die Grüne Zebra einen wunderbaren Geschmacks- und Farbakzent.

3. SÜSS, SAFTIG, MUNDGERECHT

Gelbe Dattelwein

Diese kleine Paradeisersorte ist ei- oder birnen- förmig und wächst auf Sträuchern, die bis zu 2,5 m hoch werden können. An den vielfach verzweigten Trauben hängen oft Dutzende der tiefgelben Früchte. Sie sind sehr aromatisch, süß und saftig – und vor allem bei Kindern, die bekanntlich gerne vom Strauch naschen, sehr beliebt. Die Qualität dieser Sorte hat sich be- reits herumgesprochen, daher ist sie auch auf Pflanzenmärkten im Frühling sehr gefragt. Die ersten Früchte sind bereits Anfang Juli reif.

Eignet sich sehr gut für Spießchen, z. B. zusam- men mit roten Cocktailtomaten und Mozzarella- Kugeln und etwas Basilikum-Pesto.

4. DIE SUGO-KÖNIGIN

Schwarze Zwetschke (Black Plum)

Diese eigroße Sorte kommt ursprünglich aus Russland und findet in den heimischen Gärten immer größeren Anklang. Die widerstandsfähi- gen Pflanzen werden groß und kräftig und bringen bis weit in den September hinein Er- trag. Je sonniger die Pflanze steht, desto dunk- ler werden die Früchte. Das braun-olivfarbige Fruchtfleisch ist fest, süß und saftig. Manche halten die Schwarze Zwetschke für den besten Sugo-Paradeiser überhaupt.

Für eine schnelle und einfache Paradeisersoße wandern die von der Rispe geernteten Früchte direkt in den Topf. Zwiebeln und Knoblauch mit etwas Olivenöl kurz glasig werden lassen, Paradeiser, Salz und Pfeffer dazugeben und bei geschlossenem Deckel ca. 3 Minuten dünsten lassen. Wer möchte, kann die Soße mit dem Stab pürieren. Am Schluss frischen Estragon und andere Gartenkräuter hineinzupfen. Herr- lich zu Pasta oder Reis.

5. KÖSTLICH IN KALTEN SUPPEN

Orange Wunder (Orange Wonder)

Diese leuchtend orangefarbenen Fleischpara- deiser sind der Inbegriff des kulinarischen Sommergefühls. Paradeiser-Liebhaber schwö- ren auf ihren lieblich-würzigen Geschmack. Fruchtig und zugleich von cremiger Konsis- tenz verführen sie dazu, sie schon im Garten direkt von der Rispe zu verspeisen.

Schaffen sie den Weg in die Küche, passen sie ideal in Salate, eignen sich aber auch für Gaz- pacho, eine kalte Gemüsesuppe, die sich auch hierzulande immer größerer Beliebtheit er- freut. Die sommerliche Vitaminbombe kommt ursprünglich aus Spanien und er- frischt herrlich an heißen Sommertagen. Ein- fach Paradeiser, Gurken, Knoblauch, Weiß- brot, Olivenöl, Essig, Salz und Pfeffer pürie- ren und kalt genießen.

6. PERFEKT ZUM FÜLLEN

Paprika-Paradeiser (Red Cavern)

Diese große rote Paradeisersorte hat zwei bis drei Fruchtkammern und eignet sich perfekt zum Füllen. Die dicken Wände der Frucht sind be- sonders robust und bleiben auch beim Kochen stabil. Schneidet man die Paradeiser in zwei Teile und schabt mit einem Löffel die Kerne heraus, entsteht reichlich Platz für eine Füllung. Auf- grund ihrer Dickwandigkeit sind Paprika-Para- deiser deutlich länger haltbar als andere Sorten.


Als erfrischende Vorspeise schmecken sie hervor- ragend mit würzigem Couscous-Salat und gewür- feltem Schafkäse in ihrer Mitte. Gefüllt mit einer Hirse-Käse-Mischung und im Rohr überbacken ergeben sie eine delikate Hauptspeise. Dazu passt Joghurt-Knoblauch-Soße mit frischen Kräutern.

BUCHTIPP: Gärtnern mit Paradeisern von Julia Kospach und Erich Stekovics, Edition KoSte 2015