Die narrische Seitn

Zur Faschingszeit, des is ganz gewiss,

gibt si da Mensch oft wia er is.

Bei jedem Trubel, jedem „Hit“

und jedem Blödsinn macht er mit,

weil bei da Sauf- und Narretei

werdn vü Charakterzüge frei und bleibm a zeitlang unentdeckt,

weil er hinter da Maskn steckt.


Da Mensch is ja sogar begabt,

dass er a ganz Jahr Maskn tragt,

wann ma schaut, ob reich, ob arm,

a jeder spielt sein eignen Narrn

und stellt si oft recht prahlend vor,

was er ois kann und was er woar,

doch irgendwann – das tuat ma gfalln –

lasst jeder Mensch sei Maskn falln.

Jennifer Baier,

4531 Neuhofen/Krems, OÖ

{MEI GEDICHT}


Nikolaus und Krampus


„Geh weida oida Freind,

hiaz sama jo glei do!“


„Sa renn do ned aso,

i kimm da jo ned no!

Da Rucksock volla Kraum

und umasunst da Weg.

De Gfrasta san so schlimm,

i gabat eana Schläg.“


„Hiaz heama owa auf,

wos redstn du dahea.

San lauta brave Kind,

i gab ea gern no mea.“


„Du woaßt so guat wia i,

dass rafan, stöhn und liagn!

Dass bes und schlaumpat san

und soitn d’ Ruadn kriagn!“


„I woaß so guat wia du,

dass liab und freindli san

und dass a wiakli gern

wos Guads und Hüfreichs tan.

Und wauns amoi vogrodt,

so los eana hoid Zeit.

Se mochans wieda guad

und olle haum a Freid.“


„Za wos bin i daun mit,

des kunntast ma nau sogn?

Den Sock den kunnt jo a

a aundra Esl trogn.“


„Na, na, du bist schau recht,

es Gwissen nenn i di.

Es brauchan di d’ Leit

genau aso wia mi.

Nua guat oda nua bes

is koana auf da Erd.

Eascht wos a Mensch draus mocht,

des zoagt sein wohren Wert.“

Christa Huebner,

2020 Hollabrunn, NÖ

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