Persönlich für Sie da

Alois und Helga Tölg

Wettmannstätten, Steiermark

Fotos: Wolfgang Hummer

Wie ein eigener Hofladen wirkt das „aus‘m Dorf“-Eck im Geschäft von Alois und Helga Tölg. Lokale Weine, Moste und Spirituosen sind besonders beliebt.

D

ie Kaffee-Ecke ist gut besucht an diesem Freitagvormittag. „Ja, da setzt man sich gern auf ein Kaffeetscherl her, und auf was Süßes, dann

kommt man ins Plaudern“, erzählt Kaufmann Alois Tölg. In diesem Moment stellt Gattin Helga Tölg einen großen Teller Mehlspeisen auf den Tisch. Wir staunen: Wie in die Hälfte geschnittene Schaumrollen schauen sie aus, nur fei- ner und eine Spur fester im Teig. Neugierig greifen wir zu. „Des sind Spagat- krapfen – eine steirische Spezialität. Früher sind die mit Spagat auf die Zange gebunden worden, bevor man sie ausgebacken hat, deshalb der Name.“ Der knusprige, mit Puderzucker bestäubte Teig zergeht auf der Zunge. „Die sind von der Frau Zitz, unserer Bäckerin, die is aus’m Nachbarort und berühmt für ihre Mehlspeisen.“


Die fünf Zutaten zum Erfolg

„Seit 1986 sind wir selbstständig, meine Frau und ich. Wir haben uns bei der Arbeit kennengelernt. Und seit über sieben Jahren sind wir jetzt da in Wett- mannstätten“, erzählt Alois. Woraufs für ihn im Geschäft ankommt, wollen wir wissen. Er überlegt kurz. „Gar net so einfach – weils eigentlich vier Sachen sind: Hygiene, Frische, Service – und dass d’ einen guten Draht hast zu deinen Kunden, also menschlich. Das ist enorm wichtig, gerade im Ort. Und“, fügt Alois nach einer kurzen Pause hinzu, „natürlich die Produkte. Dass d’ dich ab- hebst von der Industrie – zum Beispiel durch die Produkte aus’m Dorf. Da schmeckst halt schon den Unterschied.“ Alois zeigt auf den Teller mit den letz- ten Spagatkrapfen, wir genießen die lokalen Köstlichkeiten.


Aus’m Dorf – aus Überzeugung

Mitttlerweile haben Alois und Helga Tölg einen eigenen Raum für ihre Spezia- litäten „aus’m Dorf“ und der Region eingerichtet. Wie ein eigener Hofladen im Geschäft wirkt er – fast alles gibt es dort: Weine, Moste, Säfte, Obstbrände, ein- gelegtes Gemüse, handgemachte Nudeln, Honig. „Mittlerweile haben wir auch schon recht viele Feinkostprodukte ,aus’m Dorf‘“, sagt Alois und führt uns zum Kühlregal. Käsespezialitäten stehen dort neben Fruchtjoghurts und hand- gemachter Bauernhofbutter. „Die leistet man sich nicht jeden Tag, aber da merkst halt, wie Butter schmecken kann.“ In der Zwischenzeit kommt Helga mit einer Kostprobe „Pöllauer Ruckwurst“. „Die ist was ganz Feines – ein kalt- geräucherter Lendenbraten von einem Direktvermarkter aus der Oststeier- mark. Das müssts kosten.“ Die hauchdünne Scheibe schmeckt fein rauchig und ist köstlich zart. Wir schwelgen. „I räucher nämlich auch selber. So zum Hobby“, erzählt Alois. „Drum kenn ich mich aus. Und probier die Sachen, be- vor ich was ins Sortiment nehm.“


Selbstgemachtes heiß begehrt

„Schweinsbraten, Semmelknödel, Fleischstrudel für die Suppen – das machen wir alles selber“, erzählt Helga, als wir an der Feinkosttheke vorbeigehen. „Das holen sich unsere Kunden dann für z’Haus und müssen nicht kochen.“ In letz- ter Zeit sei auch das Platten- und Partyservice sehr gefragt. „Wir beliefern praktisch alle Vereine im Ort: vom Sport- über den Fußball-, Tennis- und Mu- sikverein bis hin zur Feuerwehr natürlich. Die wissen, dass wir Qualität lie- fern, und unterstützen uns. Umgekehrt ist es völlig klar, dass wir zu den Ver- anstaltungen hingehen und mitmachen. Und das tun wir gern. Auch aus Dankbarkeit dafür, dass man uns hier im Ort so gut aufgenommen hat, damals vor 7 Jahren“, erzählt Alois.


Die schönste Auszeichnung

Was für Alois und Helga Tölg besonders in Erinnerung geblieben ist, wollen wir abschließend wissen. Wie aus der Pistole geschossen sagen beide: der Nah&Frisch Leistungswettbewerb MARKANTitio letztes Jahr. Die Auszeich- nung ist so etwas wie der Oscar des Lebensmittelhandels – und wird nur an hervorragend geführte Geschäfte vergeben. „Perfektes Service ist dabei ein ganz wichtiger Punkt. Der wird von Mystery-Shoppern (als Kunden getarnte Tester, Anm. d. Red.) getestet. Und da sind unsere Mitarbeiterinnen einfach spitze!“, sagt Helga und fährt fort: „Wir haben dann nach der Auszeichnung gemeinsam gefeiert – das war für uns alle eine Riesenfreude und für unsere Mitarbeiterinnen einfach eine wahnsinnig schöne Bestätigung.“

Lokale Produkte, urig präsentiert: Säfte und verschiedene Honigsorten aus dem Ort und der Umgebung.

Die berühmten Spagatkrapfen der Frau Zitz aus dem Nachbarort und Feinkostprodukte aus dem Ort und der Region.

„Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen.“

DAS GSCHÄFT

Nah&Frisch Tölg, Wettmannstätten 6, 8521 Wettmannstätten, Stmk.


Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 7:00–12:30 Uhr, 14:30–18:30 Uhr,

Samstag: 7:00–13:00 Uhr


Telefon: 03185/2294 www.nahundfrisch.at/de/kaufmann/toelg

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