Mei Weg

Von den Kunden lernen

Rene Loidl ist Kaufmann in dritter Generation. Im Gespräch erzählt er, wie er sein Geschäft mit Bauchweh übernahm – und dann zum Erfolg führte.

Text: Marcus Fischer Foto: Wolfgang Hummer

D

er Kaufmann war mir eigentlich in die Wiege gelegt“, erzählt Rene Loidl. Seit elf Stunden steht er heute schon im Geschäft, als wir uns

an diesem Spätnachmittag auf einen Kaffee treffen. Von Müdigkeit keine Spur. Im Gegenteil. Der Kaufmann sprudelt vor Geschichten. „Der Groß- vater hat beim Konsum gelernt und dann seine eigene Filiale geführt, die Eltern haben zeitweise drei Geschäfte gehabt und sind nach der Konsum- Pleite zu Nah&Frisch gekommen. Ich bin also praktisch im Lebensmittel- handel groß geworden“, sagt der Kaufmann.


Erfahrung beim Diskonter

Nach seiner Lehre hat Rene Loidl schon in jungen Jahren das Geschäft der Eltern in Neutau übernommen. „Da hats mich dann irgendwann ge- juckt. Ich wollte auch die Welt der Diskonter kennenlernen“, erzählt er. Gesagt, getan. „Das war eine wichtige Erfahrung – aber nach eineinhalb Jahren hats gereicht. Du bist dort immer auf Abruf und musst das tun, was die Zentrale vorgibt. Aber ich wollte immer schon mein eigener Herr sein.“


Bauchweh beim ersten Geschäft

Dann, vor ziemlich genau neun Jahren, stand der größte Schritt im Kauf- mannsleben von Rene Loidl an: die Übernahme seines jetzigen Standorts in Sebersdorf. „Da hab ich erst Bauchweh gehabt – und viele schlaflose Nächte. Ich hab sogar Albträume gehabt, dass wir eine große Eröffnungs- feier ausrichten und kein Mensch kommt“, lacht er heute. „Dann hab ich mir den Standort noch einmal allein ganz in Ruhe angeschaut – und hab gewusst: Ich machs!“


Das verflixte erste Jahr

Die echte Eröffnungsfeier war ein Bombenerfolg. „Die Stimmung war großartig und alle haben mir gedankt und gratuliert! Da krieg ich heute noch Gänsehaut“, lacht Rene Loidl. Die herzliche Aufnahme durch die Sebersdorfer habe ihm den Start enorm erleichtert. Dann kam der Ver- kaufsalltag. „Was zu tun war, hab ich gewusst: Zähne zusammenbeißen und Vollgas geben.“ Arbeit rund um die Uhr, kein Urlaub und voller Ein- satz für die Kunden. Die Unterstützung durch den Vater habe ihm damals sehr geholfen. „Dafür bin ich ihm heute noch dankbar. Leider ist er dieses Jahr gestorben, viel zu früh – mit 68 Jahren.“


Stärke durch Nähe

Besonders in der ersten Zeit habe er sein Sortiment laufend auf die Bedürfnisse seiner Kunden abgestimmt. Vom Fleischlieferanten – „der Schirnhofer hat Top-Produkte und die werden von den Kunden erwartet“ – bis zu den zahlreichen Spezialitäten aus’m Dorf und aus der Region. „Da hab ich viel von meinen Kunden gelernt.“ Die Stärke seines Geschäfts sieht er in der Frische und in der Qualität. „Vor allem in der Feinkost. Wir haben etwa Spezialitäten von der Buschenschank Seidl im Ort, die kriegst in keinem Supermarkt. Frisches Geselchtes, Käsekrainer, Mozzarella-Brat- würstel, die sind ein Hammer!“


Spitzenteam als Erfolgsgeheimnis

So wichtig das Angebot sei, ohne sein Team hätte er es nicht geschafft, so Loidl. Angefangen habe er mit fünf Mitarbeiterinnen, „heute sind wir zu zehnt. Das Wichtigste ist, dass die Mitarbeiterinnen immer auch das Ganze sehen. Das fordert ein hohes Maß an Selbstständigkeit – und genau das zeichnet sie aus“. Mit so einem Team mache die Arbeit auch nach neun Jahren noch Spaß – und der wiederum führe zum Erfolg.

„Unsere Devise: Vollgas geben für die Kunden!“

Rene Loidl


Als Kind wollte ich …Geschäftsführer bei Austria Wien werden (lacht).

Am meisten schätze ich …Ehrlichkeit und Freundlichkeit im täglichen Umgang.

Am meisten stört mich …wenn man auf sogenannte „Schwächere“ losgeht.

Das Schönste an meinem Beruf ist, …wenn man den Kunden eine Freude machen kann und dafür Lob bekommt.

Manchmal fällt es mir schwer, …abzuschalten, besonders wenn ich auf 100 % unterwegs bin.

Wenn mir alles zu viel wird, …geh ich heim zur Familie und red mit meiner Frau übers Geschäft – aber nicht zu lang.

Menschen, die ich bewundere, …war mein Vater. Der war im Geschäft genauso erfolgreich wie als Bürgermeister – und ich verdanke ihm wahnsinnig viel.

Hand aufs Herz

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