Saisonkalender

Frisch aus’m Hendlstall

Jeden Tag ein Ei ... und sonntags manchmal zwei!

Der Trend zu eigenen Haushühnern ist groß. Wir zeigen

einen Querschnitt durch die österreichischen Hühnerställe.

Text: Christine Fehringer

1. ALTSTEIRER

Das kräftige, wetterfeste und genügsame Haus- huhn aus der Steiermark braucht viel Auslauf. Die wildbraun oder weiß gefärbten Altsteirer versorgen ihre Besitzer mit Eiern und Fleisch und gelten daher als Zweinutzungsrasse. Lässt man den Hennen gelegentlich ein Ei, brüten sie mit Begeisterung, denn sie gelten als überaus zuverlässige Glucken.


Die Hähne sind Beutegreifern wie etwa Ha- bichten oder Bussarden gegenüber wehrhaft, daher eignet sich diese Rasse gut für extensive Freilandhaltung. Die stattlichen Tiere tragen eine fünf- bis siebenfach gezackte Stützfalte im leuchtend roten Kamm. Das geflügelte Sprich- wort „Stolz wie ein Hahn“ wird von Hähnen wie diesen abgeleitet: Sie stehen gerne auf hö- her gelegenen Plätzen am Hof, wie z. B. Mist- haufen, wo sie ihr prachtvolles Gefieder zur Schau stellen. Kein Wunder, dass man diesen „Gockeln“ im Volksmund übertriebene Eitelkeit nachsagt.

Fotos: Picturedesk, 123rf, Mauritius Images, beigestellt

2. WEISSE LEGHORN

Die bekannteste Rasse in Österreich trägt schneeweißes Gefieder. Gesicht, Kehllappen und Kamm sind oft leuchtend rot. Der Kamm steht beim stattlichen Hahn aufgerichtet, bei der Henne liegt er für gewöhnlich. Die weiße Leghorn stammt von der Rasse „Italiener“ ab, ihr Name leitet sich vom Ort Leghorn (engl. für Livorno) ab. Die Hühner sind mittelschwer und legen bis zu 200 Eier im Jahr.

3. MARANS

Diese ruhige und zutrauliche Rasse zeichnet sich schon auf den ersten Blick durch ihre be- sondere Färbung aus. Besonders auffallend und elegant ist der schwarz-kupferne Farbschlag, aber auch silberfarbig-gesperberte Tiere sind prächtig anzusehen. Die Hennen legen schöne, dickschalige Eier mit ungewöhnlicher kastani- enbrauner Farbe, die durchschnittlich 65 Gramm wiegen. Marans sind unkompliziert und äußerst robust; im Stall benötigen sie viel Licht, damit sie sich wohlfühlen.


Ein besonderes Merkmal ist die seitliche Fuß- befiederung der Hähne, mit der diese durch ihr Gehege stolzieren. Marans gehören ebenfalls zu den Zweinutzungsrassen. Die Hähne bringen bis zu vier Kilogramm schmackhaftes Fleisch auf den Teller, die Hennen etwas weniger. Be- nannt sind die Hühner nach einem Fischerdorf in Frankreich, wo sie Ende des 19. Jahrhunderts erstmals gezüchtet wurden und den Weg in die Welt antraten.

4. ZWERG-WELSUMER

Es handelt sich, wie der Name schon vermuten lässt, um die Zwergform der Welsumer, die

ursprünglich aus den Niederlanden stammen. In England wurden diese mit kleineren Rassen gekreuzt, wobei ein kleines, zartes Huhn ent- stand. Zwerg-Welsumer sind heute in vielen Ländern deutlich beliebter als die großen Wel- sumer, denn sie sind enorm nützlich und wirt- schaftlich. Die Legeleistung ist sehr gut, bis zu 250 Eier legen die kleinen Hennen pro Jahr.


Zwerg-Welsumer haben keine sonderlich

hohen Ansprüche an ihren Stall und brauchen nicht viel Platz. Ihr Freigelände sollte jedoch großzügig angelegt sein. Es handelt sich um sehr aktive Tiere, die am liebsten den ganzen Tag selbst ihr Futter suchen, weshalb unter

Umständen gar nicht zugefüttert werden muss. Durch ihr friedfertiges Gemüt eignen sich Zwerg-Welsumer gut für Ställe mit gemischten Hühnerrassen.

5. SULMTALER

Bekannt ist diese ruhige und friedliche Rasse vor allem für ihr Fleisch. Das Sulmtalerhuhn aus der Steiermark stand einst am Hof des Kai- sers in Wien hoch im Kurs. Gezüchtet wurden bevorzugt Kapaune (Masthähne), die an der Tafel der besseren Gesellschaft als besonders delikat galten. Sulmtaler sind freundliche, zu- trauliche, menschenbezogene und ausgegliche- ne Hühner; auch untereinander verhalten sie sich ausgesprochen sozial und verträglich.


Die Hennen fallen durch ihr gold-weizen-farbi- ges Gefieder auf, besonders lustig wirken sie aber wegen ihres auffälligen Federschopfes am Hinterkopf. Die Hähne haben eine gänzlich an- dere Farbgebung und beeindrucken durch ihr schwarzes, grünlich-glänzendes Gefieder.

6. STEINHENDL ODER  STOAPIPPAL

Das kleine, vielfältig gesprenkelte und mitunter bunte Landhuhn ist in den letzten Jahren in den Fokus der österreichischen Initiative zur Be- wahrung heimischer, vom Aussterben bedroh- ter Nutztierrassen gerückt. Die Population be- steht nur aus ein paar Hundert Hühnern welt- weit, an ihrer Vergrößerung wird gearbeitet. Stoapippal, wie sie in der Steiermark genannt werden, sind als vital und brutfreudig bekannt und erreichen ein Maximalgewicht von 650 Gramm. Die leichte Rasse ist flugfähig geblie- ben, was dazu führt, dass die Steinhendln gerne „aufbaumen“, also auf Bäumen übernachten.


Den Stoapippaln ist der starke Bruttrieb erhal- ten geblieben, daher glucken sie sehr selbstbe- wusst und fürsorglich. Sie eignen sich zum

Bebrüten von Fasaneneiern und zur Aufzucht, denn sie verteidigen die Brut aggressiv gegen Fressfeinde. Auch im Winter legen sie Eier. Die- se haben einen auffallend dunkelgelben Dotter, sind klein und werden höchstens 35 Gramm schwer. Das Fleisch des Stoapippals schmeckt ähnlich dem des Fasans.

Sabine Reithmeier, Kauffrau in

St. Konrad (OÖ), bezieht ihre Freiland- eier von der Familie Ettinger im be- nachbarten Ohlsdorf.

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