Saisonkalender

Frisch vom Feld

Von allerhand frechen Früchtchen und prall gefüllten Obstkörben, die uns der Herbst beschert.

Text: Christine Fehringer

Fotos: 123rf, Mauritius Images, Sebastian Freiler

1. DIE SÜSSE

Zwetschke (Saison: Juli bis Okt.)

Zwetschken sind eine Unterart der Pflaumen, Hauptmerkmale sind die längliche Fruchtnaht und ein leicht vom Fruchtfleisch zu lösender Kern. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die alten Zwetschkensorten, allen voran die robuste Bühler Frühzwetschke, die bereits ab Ende Juli erntereif ist. Sie ist geeignet für Marmeladen und für Zwetschkenknödel, da sie süß, aroma- tisch und von idealer Größe für Knödel ist.


Für den Teig 80 g Butter, 2 Dotter, 250 g Topfen, 120 g Brösel und 20 g Mehl rasch zusammenkneten und 15 Minuten rasten lassen. Zwetschken vorsichtig entkernen, eine Prise Zimt sowie eine Messerspitze Zucker einfüllen. Danach die Früchte vorsichtig mit kleinen Teigstücken umhüllen. Im leicht ko- chenden Wasser ca. 15 Minuten ziehen lassen. Herausheben und mit Butterbröseln und Staubzucker servieren.

1. ZWETSCHKE

(LAT. PRUNUS DOMESTICA SUBSP. DOMESTICA)

2. DIE PRALLE

Weintrauben (Saison: Sept. bis Okt.)

Besonders beliebt bei den Tafeltrau- ben sind weiße und rote Züchtungen mit feinem Muskatgeschmack. Kern- lose Trauben werden durch die „Jungfernfrüchtigkeit“ herangezogen und erfreuen sich ebenfalls wachsen- der Beliebtheit. Als Marmeladen- früchte sind Trauben zu Unrecht weniger bekannt, denn zu Weichkä- se, Nüssen und Weißbrot passen Traubenmarmelade oder Traubengelee wunderbar.

2. WEINTRAUBEN

(LAT. VITIS VINIFERA SUBSP. VINIFERA)

3. DER KLASSIKER

Apfel (Saison: Juli bis Sept.)

Von den vielen wunderbaren Sorten, die in Österreich wachsen, sei hier der Kronprinz Rudolf hervorgehoben. Diese süß-säuerliche und außergewöhnlich saftige Sorte ist nur wenige Wochen im Jahr frisch im Handel verfügbar. Der kleine, runde Apfel wird fast ausschließlich in der Steiermark und in Nieder- österreich angebaut und ist daher jedes Jahr bald ausverkauft.


Dieser Apfelstrudel gelingt immer: Pro Strudel 5 mittlere Äpfel grob raspeln, mit 1 TL Zimt, einer Messerspitze Nelkenpulver, Zucker, Rosinen und ein paar zerkleinerten Walnüssen vermischen. 3–4 EL geröstete Brösel unterhe- ben, da die Masse sonst zu viel Saft verliert. Den Rest der in Butter gerösteten Brösel auf den ausgerollten (Blätter- oder Strudel-)Teig geben, die Apfelmasse darauf verteilen und zu einem kompakten Strudel verschließen. Mit Ei bestreichen und im Backrohr bei 180 °C 30 Minuten backen.

3. APFEL

(LAT. MALUS DOMESTICA)

4. DIE GUTE

Birne (Saison: Sept. bis Okt.)

Es gibt unzählige heimische Birnensorten mit so abenteuerlichen Namen wie Clapps Liebling, Minister Dr. Lucius, Frühe von Trevoux oder die Gute Luise von Avranches, die vom Züchter nach seiner Frau benannt wurde. Letztere ist für ihre Harmonie von Süße und Säure be- kannt, ihr Fruchtfleisch ist zart schmelzend, sehr saftig und weiß. Sie eignet sich für Birnen- kuchen und Kompotte, die richtig eingeweckt über den Winter verbraucht werden können.


Für Omas Birnenkompott viertelt oder halbiert man die geschälten Früchte, gibt sie in kaltes Wasser, fügt Zimtstangen, 3 Nelken sowie Bir- kenzucker nach Belieben dazu und kocht das Ganze für 4–5 Minuten auf. Anschließend et- was Zitronensaft untermengen, nochmals auf- kochen und in sterile Rexgläser abfüllen oder gleich genießen. Passt hervorragend zu Kaiser- schmarren, Sterz oder Riebel – köstlich!

4. BIRNE

(LAT. PYRUS)

5. HAGEBUTTEN

(LAT. ROSA CANINA)

5. DAS MÄNNLEIN

Hagebutten (Saison: Sept. bis Nov.)

Wer kennt es nicht, das Kinder-Ratelied „Ein Männlein steht im Walde“, bei dem sich erst am Ende auflöst, wer denn das geheimnisvolle Männlein ist: „Mit seinem roten Mäntelein und seinem schwarzen Käppelein, kann nur die Ha- gebutte sein.“ Vögel, Wild und Menschen schätzen die Frucht gleichermaßen, denn sie ist reich an Vitamin C. Entkernt sind die Sammelf- rüchte roh genießbar, noch besser aber schme- cken sie in Form von Marmelade.


1 kg Hagebutten und ½ kg Äpfel waschen, et- was zerkleinern und mit 100 ml Wasser, 50 ml Rotwein sowie 300 g Zucker aufkochen und 30 Minuten köcheln lassen. Die Masse durch ein feines Sieb streichen und nochmal kurz aufko- chen. Ganz heiß in Gläser füllen und für ein paar Minuten auf dem Deckel stehen lassen. Passt sehr gut zu Wildgerichten.

6. DAS FRECHE FRÜCHTCHEN

Kriecherl (Saison: Sept. bis Okt.)

Kriecherl haben vielen Namen. In manchen Teilen Österreichs werden sie Mirabellen ge- nannt, beim deutschen Nachbarn Hafer-Pflau- men. Sie sind eine Unterart der Pflaume und wachsen meist dicht an dicht in eher kleinen, manchmal dornigen, strauchartigen Bäumen. Die aromatischen blauen Kriecherl unterschei- den sich im Geschmack von den gelben, welche süß und saftig, aber geschmacklich eher unauf- fällig bis fein säuerlich sind. Durch den hohen Wassergehalt eignen Kriecherl sich besonders zur Herstellung von feinen Fruchtsaucen.


Die entkernten Früchte aufkochen, Zucker nach Geschmack beifügen, ein wenig Zitronensaft, eine Prise Zimt und Anis dazugeben und noch- mal ca. 3 Minuten köcheln lassen. Die Sauce in sterilisierte Flaschen füllen und diese mit hüb- schen Klebern oder Schildchen beschriften. Ein schönes Mitbringsel, köstlich zu Vanilleeis oder als Topping für andere cremige Süßspeisen.

6. KRIECHERL

(LAT. PRUNUS DOMESTICA

SUBSP. INSITITIA)

Otmar Resch, Nah&Frisch Kaufmann in Knittelfeld, Stmk., bezieht sein Obst und Gemüse von „Murtaler Bauernkraft“ in seinem Ort.

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