August

Kraut und Ruam

im Sommer

Die neue Jahreszeit zieht übers Land und bringt uns die schönsten Tage des Jahres. Inspirationen und Tipps für einen erfüllten Sommer.

dunkelrote Hypericin hervor, das im Volksglauben als „Blut des heiligen Johannes“ gedeutet wurde. Heute wird Johanniskraut in Tees bei de- pressiven Verstimmungen und

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JOHANNISKRAUT

Das Heilkraut blüht erstmals um den Johannistag (24. Juni) und wird in manchen Gegenden auch „Herrgottsblut“ genannt. Zerreibt man nämlich die Knospen, tritt das

nervöser Unruhe eingesetzt. Als Öl wirkt es lindernd u. a. bei Hexenschuss, Gicht und Verstauchungen.

195 JAHRE SCHLAF

Der Siebenschläfertag (27. Juni) geht auf eine Heiligenlegende aus dem Jahr 251 zurück. Sieben Brüder sollen sich auf der Flucht vor Kaiser Decius in einer Höhle bei Ephesus versteckt haben, wo sie lebendig eingemauert wurden. 195 Jahre später erwachten die sogenannten „Siebenschläfer“ aus ihrem Schlaf und galten als Bestätigung der christlichen Auferstehungslehre. Heute sind sie die Schutzpatrone der Schlaflosigkeit.

„Blüht im Juni der Holler,

wird die Liebe immer toller.“

Spruch

Über Stock und Stoa

Wer wollte schon immer einmal wandern bis zum Umfallen? Vom 24. bis 25. Juni gibts dazu die Gelegenheit – beim Stoabergmarsch. 24 Stunden dauert die Wanderung zwischen Tirol und Salzburg und führt u. a. über die Jungfrau (2.500 m). Gute Kondition ist gefragt, denn es gilt 50 Kilometer und ca. 4.600 Höhenmeter zu bewältigen. www.kitzbuehler-alpen.at

{MEI GEDICHT}

A alter Troadkosten

A alter Troadkosten bin i 300 Joah,

Steh entert hoan Bacherl beim Schwarzmoar.

Neun Gschlechter waß i am Hof uma geh,

san kema und storm, ober i bleib steh.

Woas Taufn, Hezaten und Leichn grod gnug,

hab Kriegszeiten dalebt und a paar Jahrl vor Ruh.


Und wonnst a so do stehst wia a Stummerl am Roa,

kost haufte verzohn von den Menschen ern Doa.

Von den Jungen ener Sorgen, van den Alten enern Tram

und de Jahrl verfliegn wie de Bladl vom Bam.


Es grimmt mi net, won der Schneewind herbimt,

und i gfrei mi am Summer, wan die Drechmaschin kimt.

Wonn da Bauer mit de Säck über Stiegn aufe kreut,

da hobe weitmechte de Tor aufspäut.


Für Howan für Linzat für wurzlbraun Waaz,

nur eina damit, dass net Hungerlein dortz.


Rosa Rathmair,

Kundin von Nah&Frisch

Kaufmann Wolfgang Benischko,

4084 St. Agatha, OÖ

DAS FEST DER MARILLE

Seit 1950 steht der Spitzer Kirchenplatz am vorletzten Wochenende im Juli ganz im Zeichen der Marille. Beim Spitzer Marillenkirtag (dieses Jahr 20. bis 23. Juli) huldigt man mit viel Liebe und einer Vielfalt an kulinarischen Variationen der zarten Frucht. Marillenknödel aus dem legendären „Marillenknödel-Automaten“ werden genauso angeboten wie Marmeladen, Schnäpse und flaumige Kuchen. Am Sonntag ziehen König Marillus und Prinzessin Aprikosia durch den Ort, begleitet von Musik- und Volkstanzgruppen.

www.spitz-wachau.com

Fotos: 123rf, Tirol Werbung/Jens Schwarz, Donau Niederösterre- ich /Steve Haider, Gemeinde Rechnitz, AKG Images, beigestellt

Geschützte Wegbegleiter

SUMPF-DOTTERBLUME

Schon von Weitem leuchtet ihre goldgelbe Blüte aus den schattigen Ufern von Bächen und Flussläufen hervor. Die Sumpfdotterblume blüht bis in den Juli hinein und wird in Tirol und Salzburg auch „Schmalzbleaml“ genannt.

Ein Platzerl an der Sonne

Den ganzen lieben langen Tag wandert unsere Sonne weiter. „Warum ihr nicht einfach folgen?“, hat sich ein Möbeldesigner gefragt und eine Mischung aus Gartenbank und Scheibtruhe entworfen. Die solide, 25 kg schwere Bank ist aus hochwertigem Eichenholz gefertigt und kann kinderleicht zum nächsten Sonnenplatzerl verschoben werden.

www.manufactum.at

„Blumen sind das Lächeln der Erde.“

Stiefelmachermuseum

Eine jahrhundertealte Tradition hat die Zunft des Stiefelmachens im burgenländischen Rechnitz.

Davon legt das „Csizmenmacher-Museum“ (so der ungarische Name) Zeugnis ab. Der letzte noch aktive Csizmenmachermeister seiner Zunft, Julius Koch, führt persönlich durch das einzige Museum dieser Art in Österreich – ein Erlebnis! Terminvereinbarungen unter 03363/79515. www.rechnitz.at

Königin der Alpen

Die Zirbe hat sich perfekt an die Lebensbedingungen im Hochgebirge angepasst. Sie verträgt Tempera- turen bis zu minus 40 Grad, wächst auf bis zu 2.500 Meter Höhe und wird dabei bis zu 1.000 Jahre alt. Für viele Menschen hat das wohlriechende Holz eine beruhi- gende Wirkung. Ein Überblick über die schönsten heimischen Zirben- vorkommen und -wanderungen findet sich auf: www.zirbe.info

Magischer Holler

Bei den Kelten galt der Holler als Baum des Lebens und Baum des Todes. Bis heute haben sich Reste dieses Glaubens erhalten.

So werden in einigen Teilen Tirols heute noch Hollerzweige auf Gräber gesteckt. Treiben sie aus, so gilt es als Zeichen dafür, dass der Verstorbene gut im Totenreich aufgenommen wurde. Im Volksglauben beherbergen die Äste des Hollers gute Hausgeister, die das Haus und seine Bewohner beschützen. Daher durfte man den Holler früher auch weder beschneiden noch fällen, denn dadurch beraubte man die Hausgeister ihrer Wohnstätte. Wollte man Blätter oder Früchte vom Baum pflücken, fragte man ihn erst um Erlaubnis.

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EISENHUT

Der blaue Eisenhut blüht zwischen Juli und September und zeichnet sich durch seine eindrucksvolle, helmartige Blütenform aus, der er seinen Namen verdankt. Aber Vor- sicht: Der Eisenhut gehört zu den giftigsten Pflanzen Europas.

GOLF-GAUDI

Mit dem noblen Sport aus Eng- land hat Bauerngolf wenig zu tun. Und das ist gut so. Gespielt wird nicht mit Ball und Schläger, sondern mit einem Gummistiefel. Mit diesem müssen verschiedene Ziele (7, 14 oder 21 an der Zahl), die aus einfachen, alltäglichen Dingen gebaut sind, getroffen werden. Ein Sommerspaß für die ganze Familie. www.bauerngolf.at

„Nimm dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen.“

Almkirtag

Am 12. August, dem Namenstag der heiligen Klara, findet am Alten Almhaus in Maria Lankowitz (Stmk.) der traditionelle Klara-Kirtag statt.

War er ursprünglich ein Vieh- und Krämermarkt, so ist er heute ein Volksfest mit urigem Charakter auf der Stubalpe. Rund 150 Stände mit Kleidung, Spielzeug und süßen Leckereien laden zum Bummeln ein. Steirische Schmankerln, Weine und Livemusik sorgen für gute Stimmung beim größten Almkirtag Österreichs.

www.lipizzanerheimat.com/klarakirtag

Wo i geh und steh … Unser heutiges Jodeln geht auf Ruf-, Jauchz- und Singweisen zurück, mit denen man früher im Hochgebirge über weite Distanzen kom- munizieren konnte. Heute erfreut sich der musikalische Jodler mit seinem Wechsel zwischen Brust- und Kopf- stimme wieder großer Beliebtheit. Immer mehr Jodel- schulen bieten Kurse dazu an: In einem zweistündigen Jodelkurs werden Atemtechniken und Jodelarten geübt, zum Abschluss erhält man sein eigenes Jodeldiplom und einen Text zum Nachjodeln. www.diejodelschule.at