Gemüse der Saison

Die Frucht

der Liebesgöttin

Lange Zeit war die Quitte in Vergessenheit geraten. Heute schätzt

man sie wieder – nicht nur aus kulinarischen Gründen.

I

der Antike wurde das goldgelbe Kernobst auf Kreta kultiviert

und galt als Frucht der Liebesgöttin Aphrodite. Die beliebtesten heimi- schen Sorten sind Apfel- und Bir- nenquitten.


Während Apfelquitten hart und leicht herb sind, zeichnen sich Bir- nenquitten durch ihre weiche Kon- sistenz und ihren milden Ge- schmack aus. Gekocht, gedämpft oder gebacken entfalten sie ihr fei- nes Aroma und können als Marme- lade, Chutney, Mus, als Suppe oder Beilage genossen werden.


Als Heilpflanze stärkt die Quitte die Verdauung, hilft gegen Erkältungen und lindert Entzündungen der Haut.

{MEI TIPP}

„Bevor die Quitten verarbeitet werden, muss der filzige Flaum der Außenhaut abgerieben werden – am besten mit einem Tuch. Sonst schmecken sie gar bitter.“

Sonja Dorner, Kundin von Nah&Frisch Kauffrau Karin Schatz in 3370 Ybbs an der Donau, NÖ


„Achtung: Der Quittengeruch geht bei der Lagerung leicht auf andere Früchte über und kann deren Geschmack beeinflussen.“

Michaela Heiss, Nah&Frisch Kauffrau in Rohrendorf, NÖ


„Quittenbäume sind recht anspruchslos. Sie brauchen nur ein sonniges, windgeschütztes Platzerl. Nach ca. fünf bis sechs Jahren kann man die ersten Früchte ernten.“

Bianca Frühwirth, Nah&Frisch Kauffrau in Bad Radkersburg, Stmk.

Foto: 123rf

DIE QUITTE

ERNTEZEIT: Früchte von September bis November.

BESONDERHEIT: Die Quitte zählt als Kernobst zu der Familie der Rosengewächse. Sie wächst als sommer-grüner Baum oder Strauch.

ANDERE NAMEN: Kittenäpfel, Kötte, Schmeckbirne.

INHALTSSTOFFE: Vita-min C, Gerbstoffe, Gerbsäure, Amygdalin, Emulsin, organische Säuren, Pektin, Zink

LAGERUNG: Kühl und luftig gelagert sind Quitten bis zu acht Wochen haltbar.

QUITTENTEE

Für einen Quittentee köchelt man ein bis zwei Teelöffel Quittensamen (unzerkleinert) mit einer Tasse kochendem Wasser etwa fünf Minuten lang. Anschließend abseihen und in kleinen Schlückchen trinken. Der Tee hilft gegen Schlaflosigkeit, Unruhe und Verdauungsbeschwerden.

Kurios:

Im alten Rom teilten sich Frischvermählte eine Quitte. Dadurch sollte das Eheglück gesichert werden.