Mei Wirtshaus

Frischer Wind

im Alten Brauhaus

Im burgenländischen Frauenkirchen tischen Katarina und Daniel Hickl authentische pannonische Köstlichkeiten mit

regionalen Produkten auf.


Text: Marko Locatin Fotos: Sebastian Feiler

Erfolgsrezept der Hickls: gediegene Küche die Blunzentascherln in gemütlicher Atmosphäre.

E

s ist ein sonnig-klarer Tag, der Himmel strahlt hellblau und die barocke Wallfahrtskirche von Frauenkirchen im Seewinkel ist gut besucht. Wir

jedoch pilgern einige Meter weiter zum Alten Brauhaus. Ein Duft von kräftiger Rindsuppe und Gebackenem liegt in der Luft, wie aus längst vergangenen Zeiten, als die Oma sonntags noch groß aufgekocht hat.


Traditionsgerichte vom Feinsten

Hier kocht Daniel Hickl, der uns gut gelaunt mit „Hallo, was wollts denn essn?“ begrüßt. Keine einfache Wahl. Neben Vorspeisen wie Carpaccio oder Blunzentascherln gibt es hier Steak und Zwiebelrostbraten, Gebackenes vom Hendl, Schwein und Karpfen sowie diverse Knödel. Auch Brauhaus-Traditions- gerichte wie Ungarisches Saftgulasch oder Bakonyer Kleingeschnetzeltes klingen verlockend. Wir bestellen, Daniel huscht in die Küche und Katarina, Daniels Frau, kümmert sich jetzt um uns.


Vom Schwarzen Kameel ins Alte Brauhaus

Kennen gelernt haben sie einander vor fast 20 Jahren im Schwarzen Kameel. Während es Daniel nach fünf Jahren in die Gösser Bierklinik und zum Figlmüller zog, blieb Katarina dem Wiener Traditionsunternehmen fast 20 Jahre treu. Die gebürtige Kroatin und der echte Wiener wollten jedoch schon länger etwas Eigenes machen. Und als Ilona, die „Paprika-Wirtin“, nicht mehr wollte, haben die beiden 2014 den Betrieb, den Daniel schon seit der Kindheit von Ausflügen mit den Eltern kennt, übernommen.


„Wir machen alles selber!“

„Wir ergänzen uns gut, ich kenn seine Stärken und er meine – und auch meine Schwächen“, lacht Kati, die nicht nur Service und Organisatorisches übernimmt, sondern auch für die Süßspeisen zuständig ist, wie Daniel bestätigt, der uns soeben die Vorspeise aufträgt. Die warmen Blutwursttascherln sind köstlich, die Blunzn zergeht auf der Zunge, ein guter Kontrast zum knackigen Teig der Tascherln. „Wir können ja beide alles kochen und wir machen alles selber, was man selber machen kann. Alle Knödel, Fonds und Soßen und alle Süßspeisen“, so Daniel, der wieder kurz verschwindet, um mit den Hauptspeisen zurückzukommen. Der Zwiebelrostbraten liegt mürb, aber saftig in einer delikaten Soße, die Zwiebeln sind knusprig und frisch, die Braterdäpfel kommen – eine schöne Idee –in einem Frittierkörbchen auf den Tisch. Auch das Fasanhaxl in Wildrahmsauce schmeckt fein aromatisch; kein Wunder, ein befreundeter Jäger hat es am Vortag im See- winkel geschossen.


Produkte aus der Nähe

Auf hochwertige, regionale Produkte wird im Brauhaus Wert gelegt. Frisches Obst und Gemüse kommen von den Bauern aus der Region, Salat aus Halbturn, Paprika aus Pamhagen. Der Erdäpflbauer ist in Frauenkirchen, Fleisch stammt vom örtlichen Fleischhauer, Wild von Jägern der Umgebung. Im Brauhaus wird übrigens ausschließlich österreichischer Wein mit Schwerpunkt Burgenland aus- geschenkt. Zum Abschied bekommen wir von den gastfreundlichen Hickls eine gute Flasche Blaufränkisch von Nittnaus mit auf den Weg.

www.altesbrauhaus.at

Die Gaststube vom Alten Brauhaus.

Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex im Besitz der Esterházy existiert seit 1679.













Für den perfekten Zwiebelrostbraten kommen die Leute von weit her.

{MEI TIPP}

„Ich freu mich jedes Mal, wenn ich ein Lokal entdecke, das richtig gute traditionelle burgenländische Küche serviert, weil das ja heutzutage fast schon eine Seltenheit ist.“

Birgit Glatz, Nah&Frisch Kauffrau in Kukmirn, Bgld.