Saisonkalender

Frisch vom Feld

Von schmackhaften, vitaminreichen und gesunden Blüten,

die unsere Gerichte verschönern.


Text: Christine Fehringer

1. KAPUZINERKRESSE

(Mai – September)

Die Große Kapuzinerkresse ist nicht nur eine der schönsten und schmackhaftesten Essblumen, sondern auch reich an Vitamin C. Durch die enthaltenen Senföl-Glykoside wirkt sie antibio- tisch und antiviral und wird daher gerne als Heilmittel bei Infektionskrankheiten eingesetzt. Zum Verzehr, meist in frischen Salaten, sind sowohl die jungen grünen Blätter als auch die gelben, orangen und roten Blüten geeignet. Der Geschmack ist scharf-würzig, ähnlich dem der Brunnenkresse. Ausgesät werden die großen runden Samen im Freiland ab April, am Fens- terbrett vorgezogen werden können sie bereits ab Februar.


Tipp: Mit den Blüten lässt sich hervorragender Blütenessig herstellen. Auf 1 Liter guten Obstessig circa 6–8 Blüten in eine weithalsige Flasche geben, diese dunkel lagern und gelegentlich schütteln. Nach 4 Wochen abseihen, der Essig hat nun die Farbe und den Geschmack der Blüten angenommen.

1. KAPUZINERKRESSE

(LAT. TROPAEOLUM MAJUS)

Fotos: Stockfood, 123rf, Mauritius Images, Imago, Nah&Frisch

2. GÄNSEBLÜMCHEN

(Februar – November)

Auf fast jeder Wiese findet sich diese ausdauernde, krautige Pflanze. Bienen und Hummeln lieben ihre Blüten. Kulinarisch werden die Blütenköpfe gerne auf frischen Sommersalaten serviert. Der nussig-frische Geschmack und die optische Komponente sind dafür das berühmte Tüpfelchen auf dem i.

2. GÄNSEBLÜMCHEN

(LAT. BELLIS PERENNIS)

3. DUFTPELARGONIEN

(April – Oktober)

Ursprünglich in Südafrika beheimatet, traten Pelargonien Ende des 17. Jahrhunderts ihren Siegeszug in Europa an. Seither werden in Süd- frankreich, in Spanien und in Nordafrika viele Sorten für die Herstellung hochwertiger Parfums gezüchtet. In der Küche ist neben der Zitronen- pelargonie auch die Apfelpelargonie sehr beliebt, beide werden als Würzkräuter, vorwiegend in Kuchen oder Süßspeisen, verwendet.


Tipp: Pelargonien können beim Einkochen Marmeladen oder Gelees beigesetzt werden, besonders gut kommen sie bei Fruchtsorten zur Geltung, die nach dem Einkochen keinen allzu intensiven Eigengeschmack haben – wie Quitten und Mirabellen. Das Trocknen der dicken Blätter für Tees dauert mitunter etwas länger, denn die Pflanzen gehören zu den wasserspeichernden Sukkulenten. Der Aufwand lohnt aber in jedem Fall, denn die Tees duften und schmecken ausgezeichnet.

3. DUFTPELARGONIEN

(LAT. PELARGONIUM

ODORATISSIMUM)

4. VOGELMIERE

(März – Oktober)

Seit einigen Jahren hält die Gewöhnliche Vogelmiere Einzug bis in die Küchen der Top- Gastronomie. Der Geschmack des mit kleinen weißen Blüten ausgestatteten Krauts erinnert an jungen Mais. Die Vogelmiere ist äußerst vitaminreich und beinhaltet Oxalsäure, Zink, Flavonoide und ätherische Öle. Sie wirkt blutreinigend, regt den Stoffwechsel an und lindert rheumatische Beschwerden. Einmal im Garten ausgestreut, vermehrt sie sich rasant. Verspeisen kann man sie frisch auf einem Butterbrot oder in Salaten, sie harmoniert aber auch mit Ei, Kartoffeln oder Huhn.


Tipp: Für ein grünes Pesto nimmt man 80 g frische Vorgelmiere, 3 EL geröstete Pinienkerne, 5 EL Olivenöl sowie Pfeffer und Salz. Wer mag, gibt etwas Parmesan dazu und hackt das Ganze mit einer Küchenmaschine sehr fein. Schmeckt herrlich auf Bandnudeln.

4. VOGELMIERE

(LAT. STELLARIA MEDIA)

5. ROSE

(Mai – Oktober)

Gezüchtet werden Rosen seit mehr als 2.000 Jahren, bevorzugt an hellen Standorten. Die gestielten Blüten sind meist schön anzusehen und duftend. Trotz dieses Umstands sind Rosenblüten nur eingeschränkt insektenblütig, denn nur wenige von ihnen produzieren Nektar. Ist die Blüte verblüht, bildet sich die Hagebutte, welche im Herbst gerne von Tieren wie Mäusen oder Vögeln gefressen werden. Nach Schätzungen von Experten könnte es über 30.000 Rosenarten weltweit geben.


Tipp: Sind Gartenrosen nicht gespritzt, eigenen sich die Blütenblätter zum Verzehr. Zur Deko- ration von Desserts eine Handvoll Rosenblätter zupfen, wenn nötig waschen und trocken tupfen. 2 Eiklar steif schlagen und 80 g Zucker unter- heben. Die Blätter einzeln in die Masse tauchen, auf Backpapier auslegen und im Backrohr bei geringer Hitze langsam trocknen lassen. Schichtweise getrennt in einer Box lagern.

5. ROSE

(LAT. ROSA)

6. HORNVEILCHEN

(April – September)

Hornveilchen stammen aus Nordspanien und den Pyrenäen. Sie gehören zur Gattung der Veilchen, sind meist zweijährig und genießbar. Optisch sorgen Hornveilchen für wunderschöne Akzente im Beet, ihr Duft betört nicht nur die vorbeisummenden Bienen. Die essbaren Blüten wachsen meist noch ein zweites Mal, wenn nach der ersten Blüte fachgerecht zurückgeschnitten wird.


Tipp: Mit getrockneten Hornveilchen lässt sich herrlich duftender Veilchenzucker herstellen – z. B. zum Bestreuen von Schlagobers, Eis und anderen Süßspeisen. Der dekorative Zucker ist leicht herzustellen. Man sammelt ein paar Handvoll Veilchen, entstielt sie und legt sie an einem warmen Ort auf. Wenn sie trocken sind, mischt man Blüten und Kristallzucker in gleicher Menge und zerreibt das Ganze im Mörser so fein wie möglich. In lichtgeschützten Gläsern bleibt die Farbe lange erhalten.

6. HORNVEILCHEN

(LAT. VIOLA CORNUTA)

Maria Pöll, Nah&Frisch Kauffrau in Rastenfeld, NÖ, bezieht ihre Blumen von den Floristen „Blatt und Blüte“.

www.blattundbluete.co.at

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www.unkraut.at