Persönlich für Sie da

Johanna Brandstätter

Bramberg am Wildkogel, Salzburg

Fotos: Doris Wild

Johanna Brandstätter, die Bichlinger Krämerin (Bildmitte), bietet in ihrem Nah&Frisch Geschäft eine breite Palette von Produkten – von feinen Stoffen bis hin zu Lebensmitteln aus’m Dorf.

Das Brot kommt bei der Bichlinger Krämerin aus der örtlichen Bäckerei, Käse wird selbst eingelegt.

B

etritt man das Nah&Frisch Geschäft in Bramberg, erspäht man durch eine dichte Menschentraube hindurch Johanna Brandstätter. Sie steht

hinter der Theke und kümmert sich um die Anliegen ihrer Kunden. Unweit von ihr ist auch ihre Mutter Maria Wieser beschäftigt: Sie hantiert mit Trach- tenstoffen und erklärt Interessierten Herkunft, Material und Qualität der Textilien.


Seit 50 Jahren im Geschäft

Trachtenstoffe bei Nah&Frisch? Ja, tatsächlich. In Bramberg macht der begehr- te Stoff einen beträchtlichen Teil des Umsatzes aus. Und er ist eng mit der Ge- schichte des Geschäfts verbunden. Seit über 50 Jahren steht Mutter Maria im „Bichlinger Krämer“, wie das Geschäft im Ort genannt wird. Die Krämerei wurde 1905 von Johannas Großeltern gegründet. Stoffe sind seit jeher im Sortiment, damals wie heute werden daraus Trachten für Hochzeiten und Firmungen gefertigt.


Kunden kommen von weit her

Aber auch beim „Bichlinger Krämer“ bleibt die Zeit nicht stehen. So wie er vor 35 Jahren zum Nah&Frisch Geschäft wurde, hat auch die Besitzerin gewech- selt: Maria Wieser übergab den Laden im Jahr 2000 an ihre Tochter Johanna. Diese erkannte schnell, dass der kleine Markt nur mit einer Spezialisierung überleben konnte, und baute den Trachtenstoff-Anteil aus. Dafür kommen die Kunden aus dem gesamten Pinzgau, oft auch aus der Stadt Salzburg zu ihr. Neben Dirndlstoffen liefert Johanna auch Zubehör wie Spitze oder Knöpfe. Dazu gibt es kompetente Beratung. Das schätzen Musikkapellen, Trachtenver- eine und sogar Schulklassen, die allesamt gerne bei Johanna und ihrer Mutter einkaufen.


Bramberger Apfelbrot

Beim „Bichlinger Krämer“ gibt es aber nicht nur Stoff. Für die Kunden im Ort und die zahlreichen Touristen ist das Geschäft von Johanna die Anlaufstelle für den täglichen Lebensmittelbedarf. Hier setzt die Ladenchefin auf Speziali- täten aus ’m Dorf und regionale Produkte: Vom Daxenbichler Bäcker kommt das typische Bramberger Apfelbrot, der Speck ist vom Speckdorf Schöppl, wo nach überlieferten Rezepten Wurst und Speckwaren veredelt werden. Den Honig bezieht sie vom Imkermeister Fred Oppenwaller, den Pinzgauer Käse vom Moarbauern.


Mit 90 noch im Geschäft

„Hanna, hast du das eh hergezeigt?“, mischt sich Mutter Maria ein und gibt Farbempfehlungen ab. Mit 90 Jahren weiß sie genau über die Trendfarben der Saison Bescheid. Und rügt die Tochter auch schon einmal, wenn sie beim Stoff- abschnitt zu großzügig ist. „Die Mama war schon sterbenskrank“, berichtet Johanna Brandstätter, und es sei ein Wunder, dass sie sich wieder so gut erholt habe. Jeden Mittwoch steht sie im Geschäft und sieht nach dem Rechten. Dann kauft sie auch gleich für ihr ganzes Stockwerk im Seniorenwohnheim ein.


Ein „uriges Kuhdorf“

Neben Johanna und Maria sind im Nah&Frisch Bramberg drei weitere Mitar- beiterinnen beschäftigt. „Wir sind trotz Touristen ein uriges Kuhdorf“, lacht Johanna und freut sich, alle ihre Kunden persönlich zu kennen. Dazu zählen aber nicht nur die Bramberger selbst, auch die Schauspielerin Kathi Hollaus hat sich die Trachtenstoffe für ihre Hochzeit beim „Bichlinger Krämer“ geholt. „Das macht schon ein bisserl stolz“, lacht Johanna, „und dann schaffst auch wieder so manchen anstrengenden Tag im Gschäft – weil einfach von den Kunden so viel Positives zurückkommt.“

Mutter Maria berät in Sachen Stoff …

… während Ehemann Walter dem Geschäft einen Besuch mit tierischer Begleitung abstattet.

DAS GSCHÄFT

Wieser-Brandstätter, Bicheln 24, 5732 Bramberg am Wildkogel, Sbg.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 7:30–12:00 Uhr, 14:30–18:00 Uhr

Mittwoch, Samstag 7:30–12:00 Uhr

Telefon: 06566/7212

www.nahundfrisch.at/de/kaufmann/

wieser-brandstaetter