Saisonkalender

Frisch von der Staude

Ob birnen- oder herzförmig, grün, gelb, gestreift oder orange – die Sommermonate bieten uns eine köstliche Vielfalt an Paradeisersorten.

Text: Christine Fehringer

1. DIE STARKE

Agria

Diese alte Sorte ist festkochend bis leicht meh- lig und beinhaltet sehr viel Stärke. Besonders als Püree-Erdapfel ist die gut lagerfähige Agria sehr beliebt. Durch ihre längliche Form eignet sie sich ausgezeichnet für Pommes frites.


Zubereitungstipp: Erdäpfel mit einem Spar- schäler schälen und längs in dünne Stifte schneiden oder durch einen Pommes-Hobel drücken. Drei Finger hoch Sonnenblumenöl in einer höheren Bratpfanne erhitzen und die Erd- äpfelstifte goldgelb herausbacken. Die Pommes frites sollten im Öl schwimmen. Mit einem Schaumlöffel herausheben, auf Küchenrolle ab- tropfen lassen. Salzen und heiß servieren.

2. DIE KLASSISCHE

Ditta

Das Fruchtfleisch dieser festkochenden Sorte ist hellgelb, beim Kochen bleibt sie kernig, feucht und feinkörnig. Außerdem ist sie besonders gut haltbar. Durch ihr mildes Erdäpfel-Aroma und ihre Konsistenz eignet sie sich ideal für Beila- gen wie Brat- oder Petersilkartoffeln.


Letztere sind schnell zubereitet: Erdäpfel schä- len, in ca. 2 x 2 cm große Würfel schneiden und in wenig Salzwasser dünsten, bis sie weich, aber noch bissfest sind. Salzen und viel fein gehack- te, frische Petersilie unterheben. Wer mag, kann jetzt noch Butter oder einen Esslöffel Olivenöl beigeben. Passt hervorragend zu Fleisch- und Fischgerichten.

3. DIE EDLE

Sieglinde

Diese früh reifende Sorte ist festkochend, die Knollen sind länglich-oval. Ihr Geschmack ist fein-würzig, die Konsistenz speckig. Sieglinde eignet sich daher bestens für Salate, zum Braten oder für ein gschmackiges Kartoffelgratin.


Für eine mittelgroße Auflaufform

(4 Personen) benötigt man ½ kg Erdäpfel, 250 ml Schlagobers, 1 Ei, 1 Knoblauchzehe, Mus- katnuss, Salz, Pfeffer und Kräuter nach Belie- ben. Obers, Ei, Gewürze und fein gehackten Knoblauch gut vermischen. Erdäpfel schälen, in sehr dünne Scheiben schneiden und in eine gut ausgebutterte Form schichten. Das Schlag- obers-Ei-Gemisch darübergießen und im Back- ofen bei ca. 180 °C 45 Minuten backen. Kann auch als Hauptgericht mit grünem Salat serviert werden

4. DIE SALATKÖNIGIN

Kipfler

Diese österreichische Erdäpfelsorte zeichnet sich durch ihre fingerlange, längliche Form und ihre cremige Konsistenz in gekochtem Zustand aus. Sie zählt zu den „Fingerkartoffeln“ und eig- net sich hervorragend für Salate. Im Anbau ist sie sehr ertragreich, ihr Geschmack ist würzig- nussig. Kipfler sind als Frühkartoffeln aller- dings nicht lange lagerfähig und daher nur kur- ze Zeit im Jahr erhältlich, üblicherweise von Mitte Dezember bis Mitte März.


Guter Erdäpfelsalat ist Geschmacksache, je nach Region variieren die Zubereitungsarten. Besonders würzig und schmackhaft wird er mit dieser Marinade: Auf 1 kg Erdäpfel (bissfest ge- kocht, geschält und blättrig geschnitten) kom- men 100 ml Sonnenblumenöl, 100 ml weißer Essig, 1 EL Senf, etwas Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer. Eine große gelbe Zwiebel fein hacken und alles zusammen unterheben. Die Erdäpfel saugen anfänglich die Flüssigkeit auf, daher muss möglicherweise noch etwas Marinade nachgegossen werden. Etwas Feldsalat darun- terheben und servieren.

5. DIE DEFTIGE

Laura

Diese mittelfrühe, rotschalige Erdäpfelsorte mit dunkelgelbem Fleisch ist vorwiegend festko- chend. Sie eignet sich sehr gut für Gratins, Auf- läufe oder zum Braten. Ein kräftiges Erdäpfel- Gröstl ist gerade in der kühleren Jahreszeit stets willkommen und kann mit allerlei gerade zur Verfügung stehenden Zutaten immer wieder neu interpretiert werden, z. B. als Erdäpfel-Pilz- Gröstl.


Zutaten: 500 g festkochende Erdäpfel, eine mit- telgroße Zwiebel, eine rote Paprika, Champi- gnons oder Waldpilze je nach Saison. Zuberei- tung: Zwiebel klein schneiden und in Öl anbra- ten. Erdäpfel ein paar Minuten in der Schale ankochen. Abkühlen lassen, schälen, in Würfel schneiden und zur Zwiebel in die heiße Pfanne geben. Pilze putzen, klein schneiden und eben- falls mitrösten. Kräftig pfeffern und salzen. Am Schluss frische Gartenkräuter wie Petersilie und etwas Rosmarin dazugeben.

6. DIE FEINE

Violetta

Die blau-lilafarbene, eher kleine Sorte ist fest- kochend und eignet sich für Salate, als Bratkar- toffel oder für Chips. Sie ist oval, mittelgroß und – wie der Name sagt – im Querschnitt vio- lett marmoriert. Manche nennen sie deshalb auch Trüffelkartoffel, eigentlich erinnert sie ge- schmacklich jedoch leicht an Esskastanien. Die Violetta zählt zu den Ur-Erdäpfelsorten Süd- amerikas und wird seit gut einem Jahrzehnt in Mitteleuropa angebaut und kultiviert.


Die außergewöhnliche Knolle ist eine Bereiche- rung für Geschmack und Optik am Tisch und sorgt immer wieder für Erstaunen bei Gästen. Sehr gut schmeckt sie als Bratkartoffel mit viel Kümmel. In Kombination mit Spinat und Spie- gelei entsteht so eine wahre Farbenpracht auf dem Teller.


BUCHTIPP: Natürlich koch ich! Erdäpfel Von Yvonne Schwarzinger, Löwenzahn Verlag

Kauffrau Daniela Graf aus Groß- globnitz (NÖ) bezieht ihre Erdäp- fel (Agria und Ditta) vom Biohof Kargl aus ihrem Dorf.

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