Mei Weg

Auf die Menschen

zugehen

Viele Jahre war der gelernte Fleischhauer Harald Lackinger als Führungskraft im Lebensmittelgroßhandel tätig. Dann hat er sich in Lichtenberg als Kaufmann selbstständig gemacht.

Text: Johannes Luxner Foto: Sebastian Freiler

A

uf einem sanften Bergrücken im Norden von Linz gelegen bietet die Gemeinde Lichtenberg viel ländlichen Charme und einen tollen

Ausblick auf die Landeshauptstadt. Harald Lackinger ist mit seinem Ge- schäft seit knapp 17 Jahren der wichtigste Nahversorger im Ort, der seine Kunden verwöhnt und keine Frage rund ums Fleisch unbeantwortet lässt.


Wie ist es dazu gekommen, dass du Kaufmann geworden bist?

Der tägliche Kontakt mit den Menschen liegt mir gewissermaßen im Blut. Meine Eltern hatten ein Gasthaus und eine Fleischhauerei. Mein Großvater war Viehhändler. Meine Oma wollte zwar, dass ich Apotheker werde (lacht), aber ich habe dann bei meinem Onkel die Fleischhauerlehre absol- viert und war in der Folge der jüngste Filialleiter in ganz Linz. Damals hat es sogar einen Artikel in der Kronen Zeitung über mich gegeben. Dann wollte ich den Großhandel kennenlernen und war jahrelang als Führungs- kraft im Bereich Verkauf tätig. Bis sich eines Tages die Option aufgetan hat, den Nah&Frisch in Lichtenberg zu übernehmen. Besonders die Selbststän- digkeit hat mich gereizt, nach den langen Jahren im Großhandel.


Was war für dich die große Herausforderung?

Es war weniger die betriebliche Seite – die Erfahrung im Handel hatte ich ja. Vor allem ging es mir um den Kontakt mit den Kunden, weil du musst auf die Menschen zugehen. Deshalb war es mir im Jahr 2001 wichtig, noch vor Weihnachten aufzusperren. Mit den Bestellungen für die Festtage lernst du einfach die Leute kennen. Das war ein super Start. Heute kenne ich über 400 Kunden beim Namen, also quasi jeden sechsten Lichtenberger. Die zweite Herausforderung war der Umbau letztes Jahr. Innerhalb von zweieinhalb Wochen wurde das Geschäft komplett erneuert. Da war jede Minute durchgeplant. Aber wir habens geschafft – und pünktlich eröffnet!


Wie hat sich das Geschäft mit der Modernisierung verändert?

Das Geschäft ist optisch nicht wiederzuerkennen. Genauso hat sich bei den Produkten einiges getan. Wir setzen noch mehr auf biologische Lebensmittel, was irrsinnig gut ankommt. Ebenso bei den Produkten aus dem „aus’m Dorf“- und Regionalregal, das sind zum Beispiel die Gramastettner Krapferl – eine Spezialität aus Mürbteig. Wir haben aber auch Brot, Speck und Eier aus der Umgebung. Das geht hin bis zu Most, Cider und Edelbränden.


Was ist dir im Geschäft ein besonderes Anliegen?

Als gelernter Fleischhauer muss natürlich bei der Feinkost und beim Fleisch in Sachen Frische und Qualität alles erstklassig sein. Wir bieten auch Biofleisch an. Doch es nützt das beste Fleisch nichts, wenn es nicht fachmännisch geschnitten wird. Und die Kunden wollen beraten werden. Bei mir bleibt keine Frage offen. Ich koche selbst leidenschaftlich gerne und tausche mich auch gerne über meine Erfahrungen aus. Wenn ich etwas nicht weiß, recherchiere ich.


Was ist dein Spezialgericht?

Mein Kalbsnierenbraten aus dem Grill kommt immer besonders gut an. Die Gemüsebeilage grille ich ebenfalls, dazu gibt es Biokartoffeln und Reis. Ich habe beim Grillweltmeister Leo Gradl Seminare gemacht und mir mittlerweile auch selber einiges an Wissen und Erfahrung erarbeitet. Und das schmeckst. (lacht)

„Ich kenne über 400 Kunden beim Namen.“

Hand aufs Herz

Harald Lackinger


Als Kind wollte ich … Apotheker werden.

Am meisten schätze ich … Freundlichkeit und Ehrlichkeit.

Am meisten stört mich … Ungerechtigkeit und Dreistigkeit.

Das Schönste an meinem Beruf ist, … wenn die Leute sagen, wie schön es ist, dass es uns im Ort gibt.

Manchmal fällt es mir schwer, … nach Arbeitstagen, die bis in die Nacht dauern, in aller Früh pünktlich wach zu sein, wenn der Bäcker liefert.

Wenn mir alles zu viel wird, … fahre ich zum Wirt und rede bei einem Seidel Bier am Stammtisch mit den Bauern.

Menschen, die ich bewundere, … sind meine Mutter und mein Vater; sie sind

phänomenal, haben immer hart gearbeitet und wahnsinnig viel für mich getan.

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