Mei Weg

Der Kaufmann

von Rosenau

Seit über 30 Jahren gehört Paul Wimmer zur Nah&Frisch Familie. Er bewundert Niki Lauda und Helene Fischer, kann an keinem Flohmarkt vorbei und steht gern auf der Bühne.

Text: Marko Locatin Foto: Sebastian Freiler

H

errn Wimmers gute Laune ist ansteckend. Er lacht viel und erzählt gerne. Zum Gespräch setzen wir uns ins Lieferantenkammerl. Es

gibt Fair-Trade-Kaffee und Kuchen.


Im Paradies

„Wir haben hier das Paradies“, ist der Kaufmann überzeugt. „I geh auf die Forsteralm zum Schifoarn, in aner Viertelstund bin i vom Gschäft am Lift und i hab die Ybbs da zum Badn, Bootfahrn und Forellenfischn.“ Paul Wimmer ist hier aufgewachsen. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre beim Meinl in Waidhofen. „Die haben gsagt, i kann amal Chef werden, aber davor muss i a bisserl Erfahrung sammeln. Also hab i in einige Filialen reingschnuppert. Da war immer ein Großhandel mit Lager dabei, wo ma Kaffee, Teigwaren, Marmeladen für Hotellerie und Großküchen ausgliefert habn.“


„A schöne Zeit“

„Ja, damals war i selten im Geschäft“, so Wimmer augenzwinkernd. „Beim Meinl in Vöcklabruck haben wir bis zum Attersee und Mondsee gliefert. Auch in die Schigebiete, und des hat mir getaugt, des woar a schöne Zeit. Da war i grad knapp über 20. Oft haben wir am Wochenend auch übernachtet dort. Da ist dir passiert, dass von unserem großen Meinl-Bus grad noch das Dachl rausgschaut hat. Da hast erst amal a Dreiviertelstund Schnee gschaufelt.“


30 Jahre Nah&Frisch

Nach den Lehrjahren, 1988, im zarten Alter von 23, übernahm er sein erstes Geschäft, den ehemaligen „Vorteils- kauf“ ganz in der Nähe seines heutigen Standorts, den er seit 1998 führt. Er war einer der ersten, der eine Lottoannahmestelle hatte, ist seit 16 Jahren Post-Partner und feierte im Vorjahr sein 30-jähriges Berufsjubiläum als Nah&Frisch Kaufmann. In dieser Zeit hat Wimmer, so schätzt er, sicher 15 Lehrlinge ausgebildet.


Flohmarkt und Theater

„Mit meinem Vater bin i schon als Kind auf die Flohmärkte. Ich sammel Email-schilder – da hab i sicha über 200 – und alles, was mit Lebensmitteln zu tun hat. Da kann i net vorbeigehen, wenn i sowas seh. So hab i auch meine Wohnung eingrichtet. Ich hab zum Beispiel an alten Fernseher, wo a neicher drin is“, sagt er und lacht. Außerdem ist er auch als Schauspieler aktiv. „Ein Mal im Jahr spielen wir ein Stück, auch Shakespeare, Nestroy und so. Da habens mich einmal angredet, ob i net will. Jetzt haben wir grad des Stück ‚Gemischte Sauna‘ aufgführt. I spiel den Bürgermeister. Wir ziehen uns oba net aus“, lacht Wimmer.


Aus'm Dorf & Fair Trade

Ernst hingegen wird der Kaufmann, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. „I schau, dass wir viele Lieferanten aus der Gegend haben. Honig, Eier, Gebäck kommen von hier, Fruchtsäfte von einem Abfüller in der Nähe.“ Wimmer stellt auch kostenlos einen Bio-Meter sowie zwei Meter Fair-Trade-Regalfläche zur Verfügung. Rosenau ist nämlich eine Fair- Trade-Gemeinde. „Auch E-Tankstellen sind schon gebaut, jetzt schaun wir, dass wir zsammen ein Auto finanzieren“, so der Kaufmann, der nun selber zum Auto muss, denn eine Lieferung steht an. Er versorgt lokale Vereine und Feuerwehren in der Region. „Die kriegen von mir alles: Bierfässer, Kühlanlage, Glasln, Limonaden. Und heut is Freitag, die san jetzt durstig“, lacht er, winkt und fährt davon.

„Was mir am meisten an meinem Beruf taugt, ist, mit die Leit zu kommunizieren.“

Hand aufs Herz

Paul Wimmer


Als Kind wollte ich … Autoverkäufer werden.

Am meisten schätze ich … Ehrlichkeit und Familie.

Am meisten stört mich, … wenn die Leut die Lebensmittel

net schätzn.

Mir gefällt an meinem Beruf, … mit die Leit zu kommunizieren. Da kann man ihnen in die Seele schauen.

Manchmal fällt es mir schwer, … alte Sachen nicht zu kaufen. (lacht)

Ein Mensch, den ich bewundere, … (denkt lange nach) ist

Niki Lauda und Helene Fischer. (lacht)

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