Mei Wirtshaus

Genusswirtin in

vierter Generation

Im oberösterreichischen Großraming serviert Kirchenwirtin Angela Ahrer Regionales und Saisonales. Wer ihr geschmortes Lamm nicht probiert, verpasst Großartiges.


Text: Johannes Luxner Fotos: Sebastian Freiler

Saisonale Köstlichkeiten: Wenn die Kirschen in der Region reif sind, steht bei Kirchenwirtin Angela Ahrer in Großraming der fantastische Kirschstrudel auf der Speisekarte.


D

er Dorfplatz von Großraming ist ein Idyll sondergleichen. Baulich scheint hier im Ennstal die Zeit stehen geblieben zu sein. Die historischen

Häuser bilden eine filmreife Kulisse. Das hat bereits das deutsche Fernsehen zu schätzen gewusst. Zehn Jahre lang hat die ARD hier jedes Jahr eine neue Folge von „Die Landärztin“ mit Christine Neubauer in der Hauptrolle gedreht. Und bilderbuchmäßig liegt auch gegenüber der Kirche, die aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt, der Kirchenwirt. Es ist das gastronomische Reich von Angela Ahrer.


Die Region im Mittelpunkt

In Familienbesitz ist der Kirchenwirt bereits seit den 1890er-Jahren, als Ahrers Urgroßeltern das klassische Gasthaus mit dem schönen Gastgarten gekauft haben. Sie betreibt es mit Sinn für Tradition und Offenheit für zeitgenössische Impulse. Die Gegend rund um den Nationalpark Kalkalpen spielt auf der Speisekarte die Hauptrolle. Ahrer: „Wir haben hier ein sensationelles Fleisch- angebot von Rindfleisch bis Lammfleisch. Vor allem kleine bäuerliche Betriebe beliefern mich.“ Aus der Küche weht ein Duft von geschmortem Fleisch mit leichter Rosmarin- und Knoblauchnote und kündigt Großartiges an.


Neuer Geschmack in alten Gemäuern

„Der Lammschlögl war gut zwei Stunden bei niedriger Temperatur im Rohr“, erklärt Ahrer. Dementsprechend zart, saftig und fein aromatisch schmeckt das Lamm. Dem steht die Beilage in nichts nach. Sie zeugt von Ahrers kulinarischer Offenheit. „Ich würze das Fenchel-Sellerie-Gemüse, das ich nur kurz anröste, mit Kreuzkümmel. Das ergibt einen besonderen Geschmack, den man in diesen alten Gemäuern vielleicht nicht erwartet.“ Das gilt etwa auch für die Lachsforellen, die aus einem Fischteich in der Nähe stammen und die Ahrer mit Koriander, Zitrone und Ingwer würzt. „Das Produkt ist von hier. Der Geschmack kann ruhig aus aller Welt sein.“


Apfelnockerl aus’m eigenen Garten

Doch auch durch und durch Klassisches steht auf der Karte: von gekochtem Rindfleisch über Beuschel hin zu gebackenen Speckknödeln und Blunzngröstl. Eine der Spezialitäten beim Kirchenwirt sind die Apfelnockerl mit Zimtobers. Ahrer deutet aus dem Fenster: „Zum Gasthaus gehört ein eigener Garten mit Obstbäumen. In guten Erntejahren kommen wir fast das ganze Jahr damit aus.“


Ein Gesamtpaket mit der Natur

Eines ist der Kirchenwirtin besonders wichtig: „Es geht mir darum, die Einzig- artigkeit der Region zu betonen. Denn für mich sind der Nationalpark und die Natur in Kombination mit der Kulinarik ein Gesamtpaket.“ Das zu vermitteln, ist ihr ein großes Anliegen. Denn wer will, kann beim Kirchenwirt übernachten. „Für mich zählt besonders das Gespräch mit den Gästen, um ihnen die Region näherzubringen und Tipps zu geben. Es ist für mich fast berührend, wie leicht es ist, jemandem einen schönen Tag zu bereiten.“

Kirchenwirt Ahrer, Kirchenplatz 4, 4463 Großraming, OÖ

Tel.: 07254/8256, www.kirchenwirt-ahrer.at

Ein Gedicht von einem Lammgericht: Das geschmorte Lamm vom Schlögl serviert Angela Ahrer mit Rosmarinerdäpfel und Fenchel-Sellerie-Gemüse.




{MEI TIPP}

„Der Kirchenwirt ist eine Rarität: eine Wirtin, die wirklich mit Herz- blut kocht und für ihre Gäste da ist – und das auch noch in wunderschöner Umgebung. Ein Traum!“

Alois Moshammer, Nah&Frisch Kaufmann in Großraming, OÖ

Foto Kauffrau: beigestellt

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