Herbst-Tipps

Mei Herbst

Kürbisse, Wein und Erntedank: Es wartet ein bunter Herbst voller schöner Ereignisse und Aktivitäten auf uns.

Text: Christine Fehringer

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er Sommer neigt sich dem Ende zu und unausweichlich zieht der Herbst jeden Tag ein Stückchen weiter ins Land. Die Frühnebel

hängen bereits tief in die Täler hinein und die Fäden der fliegenden Bal- dachinspinnen wehen durch die Luft. Die im herbstgoldenen Gegenlicht glänzenden feinen Gespinste erinnern mit etwas Fantasie an langes graues Frauenhaar. Das hat der Zeit des Übergangs in den Herbst im Volksmund auch den Namen Altweibersommer beschert.


In den Bäumen hängen knackige Äpfel und Birnen und warten darauf, gepflückt zu werden. Wo große Mengen Obst anfallen, wird herrlicher Süßmost gepresst und später zu Most vergoren. Eine besondere Pracht sind die vielen bunten Kürbissorten, die alljährlich auf den Feldern und in den Gärten reifen. Speziell in der Steiermark werden jedes Jahr große Mengen an Kürbiskernöl aus dem Steirischen Ölkürbis gewonnen. Das grüne Gold ist heute aus der österreichischen Küche nicht mehr wegzu- denken. Die Nachfrage aus dem In- und Ausland ist so groß, dass die Kürbisbauern mit der Produktion kaum nachkommen.

Fotos: Steiermark Tourismus/Harry Schiffer & Gery Wolf & Anton Barbic, SalzburgerLand Tourismus/David Schultheiß, 123rf, beigestellt

Wanderlust

Der Herbst ist die ideale Zeit für Ausflüge und Wanderurlaube. Der Alpenverein bietet zahlreiche Anregungen für schöne Wan- derungen in jeder Schwierigkeitsstufe. Der Adlerweg in Tirol ist ein Weitwanderweg, der sich in 24 Tagesetappen bewältigen lässt. Wem das zu lang ist, der nimmt die kürzere Variante und wandert in sechs Tagen vor gleichbleibend atemberaubender Kulisse von Hütte zu Hütte. Auch einfache Tagestouren gibt es reichlich. Der Hochschwab in der Steiermark ist eine schöne, mittlere Herbstwanderung von etwa fünf bis sechs Stunden. Von Seewiesen verläuft die gemächliche Tour durch das Seetal über die Florlhütte, das Schiestlhaus und die urige Voisthaler- hütte. Von dort ist es nicht mehr weit zum Gipfelkreuz. Der fa- belhafte Ausblick belohnt für die Mühen des Aufstiegs. Beson- ders nett ist eine Übernachtung im modernen und gemütlichen Schiestlhaus.

www.schiestlhaus.at


Auch sportliche Radfahrer kommen im Herbst auf ihre Kosten. Im Pinzgau hat man sich ganz auf Mountainbiker eingestellt und es gibt unzählige Möglichkeiten, auf den insgesamt 1.500 Kilometer langen Radstrecken nach Herzenslust in die Pedale zu treten. Sowohl gemütliche Genießer- und Familien-Radwege mit wenigen Höhenmetern als auch schweißtreibende Rund- und Transalpin-Touren locken Fahrradfahrer jeden Niveaus in die Region.

www.salzburgerland.com

LIPIZZANER-ABTRIEB

Alljährlich ein großartiges Ereignis ist der prächtige Lipiz- zaner-Almabtrieb in Maria Lankowitz und Köflach (Stmk.). Unter dem Motto „Die Jungen Wilden kehren heim“ finden zahlreiche Aktivitäten an diesem Tag statt.

Die festlich geschmückten Junghengste haben den Sommer auf der Alm ver- bracht und werden im Hof der Wallfahrtskirche gesegnet, bevor sie, ange- führt von der Gestütska- pelle Piber, am Haupt- platz Einzug halten. Im Anschluss daran kann man die edlen Tiere frei laufend in der Arena erle- ben. Für Eisenbahnfreun- de wird eine Dampflok aus dem Jahr 1860 von Graz zum Almabtrieb ge- führt.

www.lipizzanerheimat.com

PLUTZERZEIT

Was wäre der Herbst ohne den Kürbis und die zahlreichen Kür- bisfeste? Besonders gehuldigt wird der größten Beere der Welt in Unterretzbach (NÖ) beim Kürbisfest im Retzer Land vom 27. bis 28. Oktober. Von Kürbis-Gulasch bis Kürbis-Palatschinken zaubern die Veranstalter Köstliches auf die Teller.

www.retzer-land.at


In Bad Radkersburg in der Steiermark präsentieren die Bauern am 9. September stolz ihre Plutzer-Ernte. Auch hier werden zu Darbietungen der Volkstanzgruppe und zu Livemusik Kürbiss- trudel, Kürbissuppe und Kürbisbier serviert. In der Erzherzog Johann Fachschule in Stainz findet am 1. Oktober der Erlebnis- tag Steirischer Ölkürbis statt. Die Veranstalter versprechen eine Riesengaudi mit Kinderspektakel, Traktor, Kürbisernte und Öl- mühlenbesuch. Sogar E-Bikes für eine Tour durch den Stainzer Markt werden bereitgestellt.

www.steiermark.com

SCHNITZHANDWERK

Weniger sportlich, dafür umso ge- schickter ist man in Elbigenalp. Für Schnitzen und Bildhauerei mit Holz ist der Ort berühmt und es werden hier zahlreiche Kurse und Camps an- geboten. Von Schnupper- über Auf- baukurse bis zu Kursen für Fortge- schrittene – jeder am Schnitzhand- werk Interessierte wird bestens be- treut. Man ist bemüht, den Kursteil- nehmern die grundlegenden Hand- griffe zu erklären und das Arbeiten mit Holz zu einem haptischen Erleb- nis zu machen. Vielleicht steckt im einen oder anderen von uns ja ein unentdeckter Holzbildhauer?

www.schnitzschule.com

Salzburger Bauernherbst

Im Salzburgerland wird nach dem Almsommer der Bauern- herbst gefeiert. Die Bauern haben nach der vielen Arbeit, die das Einbringen des Heus, das Entsaften des Obstes, das Selchen der Würste und das Maischen für den Schnaps mit sich bringen, allen Grund zu feiern. Die lebenslustige Zeit der Dankbarkeit für die erfolgreiche Ernte ist gespickt mit Festivitäten, zu denen alljährlich mehr Besucher kommen. Denn der Bauernherbst zeigt unverfälscht das echte ländliche Leben – Volkstanzgrup- pen, Schnalzer, Goldhauben oder die Landjugend werden dazu auf die Bühne geholt. Die Bauernherbst-Wirte servieren typi- sche Speisen wie den Lungauer Eachtling, Salzburger Bier- fleischknödel oder süße Bauernkrapfen. Das offizielle Eröff- nungsfest findet am 27. August in Kleinarl mit einem großen Festumzug statt. Weitere Feste und Aktivitäten stehen bis zum 5. November am Programm.

www.salzburgerland.com/de/was-ist-der-bauernherbst/