Hermann Rogner und Kurt Strommer.

Aus’m Dorf

Der Whiskey aus dem

Waldviertel

In seinem Nah&Frisch Geschäft in Rappottenstein führt Kurt Strommer erlesene Spezialitäten aus’m Dorf – wie

z. B. Hochprozentiges aus der Destillerie Rogner.


Text: Marko Locatin Fotos: Sebastian Freiler

• unsere Umwelt

• Lebensmittel aus der Nähe

• den Zusammenhalt im Dorf

• unsere Bauern und Familienbetriebe

WIR MACHEN

UNS STARK FÜR

E

s ist einiges los an diesem Nachmittag. Mütter und ihre Kinder ver- sorgen sich mit Obst und Wurstsemmeln, zwei ältere Damen lassen

sich an der Käsetheke beraten. Kurt Strommer sitzt an der Kassa und erzählt uns, während er kassiert und dazwischen mit den Kunden freundliche Worte wechselt, die Geschichte seines Geschäfts.


Mohn an der Börse

Der Nahversorger befindet sich seit 1868 im Familienbesitz, wie Kurt Strommer, der ihn 1986 übernommen hat, mit einigem Stolz erzählt. „Mein Urgroßvater hat das Geschäft übernommen und meine Vorfahren haben schon um 1900 den Zwettler Mohn nach Budapest und Prag ex- portiert. Das war die Zeit, als der Zwettler Mohn an der New Yorker Börse gehandelt wurde.“ Mohn gibt es hier natürlich immer noch, dazu gesellen sich allerhand Spezialitäten aus’m Dorf wie Nudeln, Mehl, Kräuter- und Früchtetees. Die Eier kommen vom nahen Rammelhof vom Biobauern und das beliebte Gebäck liefert der Bäcker aus der Nachbar- schaft. „Und den Waldviertler Whiskey, den macht ein Kunde von mir, der Hermann Rogner. Und der wartet schon auf uns“, sagt Strommer. Rasch machen wir uns auf den Weg zur Brennerei Rogner ins fünf Kilometer entfernte Roiten.


Alte Getreidesorten für feinsten Whiskey

Im kupfernen Kessel, der die kleine Stube angenehm erwärmt, sprudelt es lebhaft, ein Geruch von Dörrpflaumen liegt in der Luft. „I nehm des schon gar nicht mehr wahr“, lacht Hermann Rogner, der uns durch den zweistöckigen Betrieb führt. Die Rogners betreiben hier in Roiten Landwirtschaft, Forstwirtschaft und seit rund 20 Jahren die Brennerei. Spezialisiert hat man sich auf das klassische Barsortiment Rum, Gin und Whiskey. Ein Großteil (rund 90%) des Getreides kommt aus eigenem Betrieb, einige Spezialmalzsorten kauft man zu, wie Hermann erklärt. „Unseren Whiskey machen wir aus reinem Roggen, aber auch auf Gerstenbasis oder gemischt mit Weizen oder dem aromatischen Dinkel. Wir verwenden auch viele alte Getreidesorten, die sind ganz anders als diese modernen Hybride. Wir haben einen Roggen, der wird fast 2 Meter hoch. Geschmacklich a Wahnsinn.“


Lange Reife – volles Aroma

Neben den Rohstoffen spielt aber auch die Lagerung des Whiskeys eine entscheidende Rolle. Um den vollen Geschmack sowie die subtilen Nuancen in das hochprozentige Wässerchen zu bekommen, lagert der Waldviertler Whiskey zwischen drei und 17 Jahren in unterschiedlichen Fässern, was wiederum eine eigene Wissenschaft ist. „Und unser Betriebsgeheimnis“, lacht Hermann und serviert uns eine Kostprobe seines Whiskeys. Zigarren-, Rauch- und Fruchtaromen betören die Nase. Ein Schluck, wohlige Wärme macht sich breit – und wir beschließen noch ein Weilchen zu bleiben.

Waldviertler Gold: gut gereifter Whiskey aus regionalen Rohstoffen.

Die habens

Waldviertler Whiskey

der Destillerie Rogner gibts u. a. bei Nah&Frisch Kaufmann Kurt Strommer in 3911 Rappottenstein,