Mei Wirtshaus

Feine Küche,

finstere Gesellen

Die Wirtsleute des Thomahofs in Klachau (Stmk.) schreiben eine mehr als 600-jährige Gasthaus-Geschichte fort. Sie tun das wie ihre Vorfahren: authentisch und bewusst.

Text & Fotos: Martin Huber

Eine Spezialität aus der bodenständigen Thomahof-Küche: gegrillte Leber mit Zwiebeln, Apfelscheiben, Tomaten und Röstkartoffeln.

Eine Spezialität aus der bodenständigen Thomahof-Küche: gegrillte Leber mit Zwiebeln, Apfelscheiben, Tomaten und Röstkartoffeln.

Eine Spezialität aus der bodenständigen Thomahof-Küche: gegrillte Leber mit Zwiebeln, Apfelscheiben, Tomaten und Röstkartoffeln.

Eine Spezialität aus der bodenständigen Thomahof-Küche: gegrillte Leber mit Zwiebeln, Apfelscheiben, Tomaten und Röstkartoffeln.

Text.

S

beste Essen gibts ban Thomahof“, stellt Stammgast Klaus lächelnd fest, während ihm Roman Gruber ein klassisches Wiener Schnitzel serviert.

„Danke, gfreit mi, dass du uns so lobst“, erwidert der Wirt mit einem Augen- zwinkern und merkt an: „Ba uns werden Schnitzel und Cordon bleu immer no in der Pfonn gmocht – so wie immer.“ Das Schnitzel aus der Pfanne ist geradezu symbolhaft für die sympathische Mischung aus Bodenständigkeit und Qualitäts- bewusstsein, die die Küche des Thomahofs auszeichnet.


Gegrillte Leber und a Buderl Schnaps

Ein Gasthaus ist dann richtig gut, wenn die Einheimischen oft und gerne hinge- hen. Diese alte Weisheit bestätigt sich im Thomahof zu hundert Prozent. Dort, wo die Straße aus dem Ennstal ins Steirische Salzkammergut mündet – am Fuße des mächtigen Grimming, in der zum Ort Tauplitz gehörenden Klachau. Silke und Roman Gruber führen das Gasthaus seit 2001. „Traditionell und bodenstän- dig“, wie sie betonen. Ihre Gäste schätzen diese Ausrichtung. Von weither kom- men sie, um etwa gegrillte Leber mit Zwiebeln, Apfelscheiben, Tomaten und Röstkartoffeln zu genießen. Ein Gericht, das in dieser Form nur noch selten auf österreichischen Speisekarten zu finden ist. Im Thomahof gibts übrigens das vielfach bewährte Verdauungsschnapserl in der XL-Version: Hier kann man noch ein Buderl bestellen (1/16 l Hochprozentiges, in einem karaffenähnlichen Glas serviert).


Verwurzelt an der Salzstraße

Die Wurzeln des Thomahofs lassen sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Einst war der „Maierl auf der Klachau“ eine bedeutende Station an der Salzstra- ße. Diese führte vom Ausseerland über die Klachau ins Ennstal und von dort in weitere Versorgungsgebiete. Auf dem Rückweg nahmen die Fuhrleute und Säu- mer als Gegenfracht Metall, Wein, Getreide oder auch Schlachtvieh mit. Der

markante große Dachvorsprung des Gasthauses schützte sie bei Ladetätigkeiten vor Niederschlägen. Nachdem es mehr als 300 Jahre lang im Besitz der Familie Vasold stand, erwarb 1929 der Steirische Braunviehzuchtverband das Gebäude. Es wurde nach dessen langjährigem Obmann Landwirtschaftsminister Franz Thoma benannt und 1971 von der Familie Gruber gekauft.


Schaurig-Schönes im zweiten Stock

Roman Grubers vor Kurzem verstorbener Vater Alfred hatte eine besondere Lei- denschaft, für die er im Ort hohes Ansehen genoss: das Schnitzen von Holzmas- ken für das Tauplitzer Nikolospiel. Als Inspiration dienten ihm dabei stets echte menschliche Gesichtszüge. Mehr als 80 Masken stellte er Zeit seines Lebens in aufwändiger Handarbeit her – jede von ihnen mit einem Arbeitsaufwand von mindestens 40 Stunden. Aufgrund seines großen Engagements für den Brauch entwickelte sich der Thomahof zur zentralen Drehscheibe des Nikolospiels. Mehr noch: Seit 2006 fungiert Roman Gruber als Spielleiter. Ein Jahr später wur- de im zweiten Stock des Gasthauses ein Nikolomuseum eröffnet. Viele Masken und Figuren der Tauplitzer Nikologruppe sind hier rund ums Jahr ausgestellt. Prädikat: sehenswert!

Foto Kauffrau: beigestellt

{MEI TIPP}

„Am Thomahof beeindruckt mich einfach alles. Oft machen wir einen Ausflug nur wegen des einzigartigen Nikolomuseums mit den urigen Krampusmasken. Das Schnapserl gibts dann immer als Draufgabe.“ Viktoria Troger, Nah&Frisch

Kauffrau in 8632 Gußwerk, Stmk.

Zur Vollansicht bitte antippen.

www.philadelphia.at

Regionale Spezialitäten und Bergsteigerkost vom Feinsten: Nicht immer

Wirtsleute mit Traditionsbewusstsein: Roman und Silke Gruber.

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Handgeschnitzt: Holzmasken im Nikolomuseum.